Schritt 2 von 6: Dein Genre
Schreib in Schubladen, nicht für sie
Leserinnen suchen kein gutes Buch. Sie suchen genau das Gefühl, das sie beim letzten Mal hatten, und sie finden es über das Genre. Wer da nicht einsortiert ist, wird nicht gefunden — egal wie gut das Buch ist.
Genre und Wunschleserin
Was gehört dazu
Dein Genre klar benennen, mit Haupt- und Subgenre. Deinen Markt kennen: Wer schreibt sonst noch so, welche Cover funktionieren, welche Erwartungen bringt diese Leserschaft mit? Und daraus abgeleitet die Frage, für wen du eigentlich schreibst und warum sie ausgerechnet dein Buch wählen sollte.
In der Praxis ist dies einer der schwierigsten Schritte. Und wenn du mit dem Schreiben Geld verdienen willst, kommst du daran nicht vorbei.
Was passiert, wenn du diesen Schritt überspringst?
Am Anfang denken die meisten: Ich schreibe erst mal, einsortieren kann ich später. Das Problem zeigt sich erst, wenn das Buch fertig ist. Zu jedem Genre gehören Subgenres, Tropes und Erwartungen, und plötzlich passt das eigene Buch in drei Schubladen halb und in keine ganz.
Dabei hat jede Schublade ihren Preis. Eine kleine Nische bedeutet wenig Konkurrenz, aber eben auch wenige Leserinnen. Ein großes Genre bedeutet viele Leserinnen, aber auch viele andere Bücher daneben. Beides kann funktionieren, solange du die Entscheidung triffst.
Was nicht funktioniert, ist keine Entscheidung. Dann erkennt niemand auf den ersten Blick, worum es geht — nicht am Cover, nicht am Klappentext, nicht in der Anzeige. Und die Leserinnen, die dein Buch geliebt hätten, scrollen daran vorbei.
Was sich viele Autorinnen stattdessen wünschen
Die Erwartungen erfüllen und trotzdem das eigene Ding machen. Nicht den tausendsten austauschbaren Liebesroman schreiben, sondern die Regeln so gut kennen, dass innerhalb davon Platz für alles bleibt, was nur du kannst.
Das ist kein Kompromiss, sondern der beste Fall: Du behältst deine kreative Freiheit, und deine Leserinnen bekommen genau das, wofür sie gekommen sind. Deshalb warten sie schon auf dein nächstes Buch.
Das kannst du sofort umsetzen
Drei Tipps zu deinem Genre
Du musst nicht alles auf einmal wissen. Genre-Wissen wächst mit jedem Buch.
01
Du bist nicht zu spät dran
Es gibt keinen Kurs, nach dem du alles über dein Genre weißt. Das Wissen kommt in Schichten: durch das Schreiben selbst, durch die Zusammenarbeit mit einer Lektorin, die dein Genre kennt, durch jedes Buch, das du liest. Auch wenn dein Manuskript längst fertig ist, kannst du jetzt noch klären, wo es hingehört. Cover, Klappentext und Marketing kannst du danach darauf anpassen.
02
Geh in die Community
In vielen Genres gibt es sehr aktive Leserinnen-Communities, auf Instagram, in Foren, in Gruppen. Lies dort mit. Du erfährst in zwei Wochen mehr darüber, was deine Leserinnen lieben und was sie nervt, als jede Marktanalyse dir sagen kann. Und du siehst nebenbei, welche Bücher gerade weitergereicht werden und warum.
03
Denk beim nächsten Buch von vorn
Bei deinem nächsten Projekt kannst du es dir leichter machen: erst die Frage nach Genre und Leserinnen, dann die erste Seite. Das schränkt deine Geschichte nicht ein. Es sorgt nur dafür, dass sie am Ende dort landet, wo jemand nach ihr sucht.
Die anderen fünf Schritte
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